Sie befinden sich im Unabhängigkeitspark, der an der Stelle der verschütteten Stadtgräben, die einst die Stadtmauern umgaben, angelegt wurde. Vor Ihnen erhebt sich der mittelalterliche Bracka Turm - eines der interessantesten Gebäude in Lauban. In seinem Inneren kann man die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte spüren, die Ausstellung "Mineralien der Westsudeten" besichtigen und von der Spitze aus die Erhebung der Laubaner Lavakuppel - Steinberg und das Panorama der Oberlausitz bis zum Isergebirge bewundern.
Der 1318 erbaute Bracka Turm stärkte das Verteidigungsvermögen des Haupttores und des nahegelegenen Franziskanerklosters. Die Franziskanermönche gaben dem Turm seinen Namen.
Der Turm wurde aus Basaltstein auf einem runden Grundriss errichtet. Das 45 Meter hohe Bauwerk hat außergewöhnlich dicke Mauern, die bis zum fünften Stock bis zu 3 Meter dick sind.
Ursprünglich befand sich der Eingang zum Turm auf der Stadtseite, in der Höhe des zweiten Stockwerks. Noch höher befand sich ein Aborterker, der bis heute erhalten geblieben ist. Bis auf das oberste Geschoss waren alle Geschossdecken aus Holz. Gekrönt sind die Türme von zwei durch Zinnen geschützten Gängen und einem Spitzdach.
Wissenswertes: Der Turm hat zahlreiche tragische Ereignisse in der Geschichte Laubans überstanden - Kriege, Epidemien, Brände und nur einmal eingenommen wurde. Während der zweiten Hussiteninvasion in den 1530er Jahren war der einzige Widerstandspunkt der Stadt der Bracka Turm, in dem eine Gruppe von Verzweifelten unter der Führung von Bernhard von Üchtritz Zuflucht suchte. Die Hussiten vertrieben die Verteidiger mit einer List. Sie gruben unter dem Turm einen Gang, in den sie brennbares Material brachten und anzündeten. Der Turm wirkte wie ein Schornstein und füllte sich mit erstickendem Rauch. Die Laubaner sahen keine Überlebenschance und ergaben sich. Jahre später, während des Dreißigjährigen Krieges - 1639 und 1641 - versuchten die Schweden vergeblich den Turm zu zerstören.
Wenn man nach links blickt, sieht man ein lachsfarbenes Eckgebäude - das Rathaus von Lauban. Es wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und diente ursprünglich als Stadthotel. Direkt dahinter befindet sich das Wawel-Kino. Im Stadtpark befindet sich ein einzigartiges Museum, das der Schlacht um Lauban 1945 gewidmet ist. - Ein Luftschutzbunker mit Exponaten aus dem Zweiten Weltkrieg.
Lauban ist nicht nur für Denkmäler, sondern auch für Naturdenkmäler bekannt, von denen es in der Stadt etwa 50 gibt.
Im Gebäude rechts neben dem Bracka Turm befindet sich die Touristeninformation, in der man Werbematerial und Souvenirs erwerben kann.