Der Dreifaltigkeitsturm ist ein Überbleibsel der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche, die seit dem 13. Jahrhundert als Pfarrkirche diente. Der Name polnische Name „Wieża Trynitarska“ bezieht sich auf das lateinische Wort "trinitas", das Dreifaltigkeit bedeutet. Im Jahre 1320 gründete der Herzog von Jawor, Heinrich I. in Lauban das Kloster der heiligen Maria Magdalena und übertrug ihm das Patronatsrecht über die oben genannte Kirche.
Die Dreifaltigkeitskirche war ursprünglich ein östlich orientierter Bau auf einem kreuzförmigen Grundriss im romanischen Stil. Der Turm schloss sich an das Kirchenschiff an der Westseite an. Im 15. Jahrhundert wurde die Struktur der Kirche stark verändert, wodurch sie deutlich gotische Züge erhielt. Sowohl der Turm als auch die Kirche wurden aus Basaltbruchsteinen und Ziegeln errichtet.
Nach einem Brand im Jahre 1760 wurde die Kirche nicht wieder aufgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde sie bis auf den heute noch erhaltenen Turm abgerissen.
Wissenswertes:
1. Im Sommer, wenn Hitze und Trockenheit herrschten, wurden Gerüste um die Kirche errichtet und Wasserfässer daraufgestellt, um die Chancen zu erhöhen, das Gebäude im Falle eines Brandes zu retten.
2. Als Zeuge der schwierigen Geschichte der Stadt ist der Dreifaltigkeitsturm ein Symbol des Glaubens und des Lokalpatriotismus. Eine Legende, die sich auf den Einfall der Hussiten im Jahre 1427 bezieht, erzählt von einem blutigen Massaker an den Einwohnern. Als die Eindringlinge in die Stadt einfielen und Verwüstungen anrichteten, rief der damalige Pfarrer Jeremiasz Groll aus den Fenstern des Dreifaltigkeitsturms die Bürger zum Widerstand auf. Die Reiter entdeckten den mutigen Pfarrer, zogen ihn vom Turm runter und banden ihn an vier Pferde, die den Körper des ersten Märtyrers von Lauban zerrissen. Dann drangen die Angreifer in die mit Menschen gefüllte Kirche ein. Begleitet vom Gesang des Kirchenchores erschlugen sie alle bis auf einen Jungen, der sich unter dem Mantel seines toten Lehrers versteckte. Es war Johann Kraker, der spätere Pastor von Lwówek Śląski. Kurz nach dem Massaker sammelte jemand das Blut der Opfer ein, das als Erinnerung an die tragischen Momente aufbewahrt wurde.